Oldenburg
Tipps für Allergiker - Optimal vorbereitet
Die Augen brennen, die Nase läuft und juckt. Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen verstärken oftmals allergische Reaktionen. Medikamente helfen nur gegen akute Schübe, eine Behandlung braucht Zeit. Vorsorge ist daher besonders wichtig. Hier unsere Tipps
- Welche Allergien gibt es
- Was passiert bei einer allergischen Reaktion
- Welche Symptome treten bei Allergien auf
- Was ist der Etagenwechsel bei Allergien
- Allergien und Corona
- Die besten Tipps für Allergiker im Alltag
Welche Allergien gibt es
Es gibt viele Arten von Allergien, da Betroffene oft nicht nur auf einen Auslöser reagieren, sondern auf mehrere, die sich auch noch gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Reagiert der Körper beispielsweise auf bestimmte Gräserpollen, Nüsse und Rotwein, könnte eine Kreuzallergie vorliegen.
Die bekanntesten Allergien sind
- Hausstaubmilbenallergie
- Insektengiftallergie
- Latexallergie
- Lebensmittelallergien
- Pollenallergien / Heuschnupfen
- Schimmelpilzallergie
- Sonnenallergie / Mallorca Akne
- Tierhaarallergien
Was passiert bei einer allergischen Reaktion
Die Immunabwehr im Körper, die normalerweise unerwünschte Eindringlinge wie Viren mit Antikörpern bekämpft, richtet sich manchmal auch gegen eigentlich „harmlose“ Stoffe wie Pollen oder Nahrungsbestandteile. Sobald diese körperfremden Stoffe – die Allergene – mit Haut, Schleimhaut oder Magen-Darm-Trakt in Berührung kommen, lösen sich winzige Eiweißverbindungen, die sogenannten Peptide und heften sich an die IgE-Antikörper. Diese Antikörper haben sich zuvor mit Mastzellen (Immunzellen) verbunden und veranlassen diese nun, Botenstoffe wie etwa Histamin auszustoßen. Diese Botenstoffe lösen dann eine allergische Reaktion aus.
Welche Symptome treten bei Allergien auf
Am bekanntesten sind die Symptome bei Heuschnupfen: Nase und Augen brennen, die Nase läuft, die Augen reagieren empfindlich auf Licht, schwellen oftmals an. Auch bei Unverträglichkeiten bzw. allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel oder Tierhaare reagiert der Körper oft mit offensichtlichen Symptomen wie Juckreiz oder Hautrötungen sowie Quaddeln (wassergefüllte Bläschen), Atemnot, Husten bis zu allergischen Asthma-Anfällen. In vielen Fällen zeigen sich Allergien aber nicht so deutlich, sondern führen zu Müdigkeit, Konzentrationsschwächen und Schlaflosigkeit –beispielsweise bei einer Allergie auf Hausstaubmilben.
Daher sollten Sie bei einem Allergie-Verdacht, ihren Arzt aufsuchen. Er wird nicht nur feststellen, ob eine Allergie vorliegt, sondern auch was diese auslöst und im Anschluss eine passende Behandlung vorschlagen. Dies ist wichtig, da sich die Allergien sonst verstärken und es zu einem sogenannten Etagenwechsel kommen kann.
Was ist der Etagenwechsel bei Allergien
Ein Etagenwechsel kann auftreten, wenn sich Allergien verschlimmern. Wer beispielsweise eine Katzenallergie hat und zunächst mit Jucken und gereizten Augen auf die Tierhaare reagiert, kann ohne Behandlung mit der Zeit ein allergisches Asthma entwickeln. Die Allergie beeinträchtigt nicht mehr nur Nase und Augen, sondern auch die Bronchien, ist also eine Etage tiefer gewandert.
Allergien und Corona
Gerade Allergiker, die eine Langzeitbehandlung mit immunmodulierenden Antikörpern erhalten, sind unsicher, ob sie sich impfen lassen sollen. Solche Antikörper kommen bei vielen chronischen Allergien zum Einsatz, etwa bei atopischer Dermatitis, Asthma bronchiale oder chronischer Nasennebenhöhlenentzündung. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie mit einem Expertenteam die Empfehlung herausgegeben, dass solche Patienten kein erhöhtes Risiko für allergische Nebenwirkungen der COVID-19-Impfungen tragen. „Auch bei diesen Patienten ist eine Impfung zu empfehlen und sollte unbedingt durchgeführt werden“, heißt es wörtlich. Um mögliche immunologische Wechselwirkungen auszuschließen, empfehlen die Experten einen zeitlichen Abstand von einer Woche zwischen der Impfung und einer Behandlung mit Antikörpern einzuhalten.
Die besten Tipps für Allergiker im Alltag
Viele der Allergene fliegen durch die Luft. Das sind nicht nur die Pollen draußen, sondern auch in Innenräumen finden sich Hautschuppen, Tierhaare, Blütenstaub, Rauchpartikel und mehr. Selbst wenn diese kleinen Partikel keine Allergie auslösen, können sie allergische Reaktionen verstärken. Mit diesen Tipps können sich Allergiker schützen:
Pollenflugzeiten beachten
Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte nicht nur die Blütezeiten der Pflanzen kennen, auf die er allergisch reagiert, sondern auch prüfen, welche weiteren Pflanzen zur Pflanzenfamilie gehören und diese nach Möglichkeit meiden. Bei einer Allergie auf Birkenpollen kann es sein, dass auch die ebenfalls zur Pflanzenfamilie gehörende Erle, die Haselnuss oder die Hainbuche allergische Reaktionen verursachen.
Zeitfenster beachten
Untersuchungen haben gezeigt, dass in ländlichen Gebieten abends nach 18 Uhr besonders wenige Pollen in der Luft sind. In Städten ist die Pollenkonzentration zwischen 6 und 8 Uhr früh am niedrigsten. Diese Zeitfenster eignen sich also sowohl zum Lüften als auch zum Joggen oder für sonstigen Outdoor-Sport.
Schlafzimmer möglichst reizfrei halten
Für eine ungestörte Nachtruhe sollten Sie auf Vorhänge aus Stoff verzichten und statt dessen abwaschbare Jalousien wählen. Auf Zimmerpflanzen sollten Sie verzichten und für Haustiere sollte das Schlafzimmer tabu sein. Auch wenn es praktisch ist, sollten Sie sich nicht im Schlafzimmer umziehen und die Tageskleidung nicht im Schlafzimmer zum Lüften aufhängen. Bei einer Allergie auf Hausstaubmilben sind Matratzen mit einem allergendichten Bezug (Encasing) zu empfehlen, milbendichte Allergiker-Bettwäsche und regelmäßiges Waschen der Bettwäsche bei wenigstens 60 Grad Celsius.
Die richtige Waschmaschine wählen
Die Europäische Stiftung für Allergieforschung zeichnet besonders für Allergiker geeignete Waschmaschinen mit ihrem ECARF-Siegel aus. Auch eine Waschmaschine ohne Siegel kann geeignet sein, wenn sie folgende Anforderungen laut ECARF erfüllt:
Das Gerät bietet die Möglichkeit eines intensivierten Spülens in den Standardprogrammen bei 30, 40 und 60 Grad.
Der maximale Wasserverbrauch sollte folgende Werte nicht überschreiten: 20l/kg Wäsche für Maschinen mit einer Beladung über 4 kg, 18l/kg Wäsche für Maschinen mit einer Beladung unter 4 kg (Herstellerangaben)
Die Maschine spült Waschmittel bis auf einen Rest von 0,74 meq/kg aus der Wäsche heraus [Rinsing Efficiency gemäß IEC 60456 (EN60456:2011)]
Rückstande des Katzenallergens Fel d 1 auf dem Textil bleiben unter 0,15 ng/cm2
Pollen werden zu mindestens 97,5 % entfernt
Die Luft rein halten
Auch hier gibt die ECARF Empfehlungen, grundsätzlich schreibt sie: „Luftreinigungsgeräte können die Raumluft weitgehend von Allergenen befreien, so dass Menschen mit Heuschnupfen oder allergischem Asthma deutlich weniger unter den Krankheitssymptomen zu leiden haben.“ Erste Voraussetzung für einen Allergiker-freundlichen Luftreiniger ist ein guter Filter, idealerweise eine Kombination aus HEPA- und Aktivkohlefilter. Wichtig ist das der HEPA-Filter Klasse 12 oder 13 aufweist.Diese Filter sollten jährlich gewechselt werden. Viele Hersteller bieten mittlerweile Geräte an, die die von der ECARF vorgegebenen Leistung, 95 Prozent aller Partikel aus der Luft zu filtern, noch überschreiten. Da solche Luftreiniger oft auch im Schlafzimmer stehen, sollten sie leise arbeiten.
Den richtigen Staubsauger wählen
Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Staubsaugern für Allergiker. Geeignet sind Allergiker-Staubsauger mit und ohne Beutel sowie Wasserstaubsauger. Letztere sind ideal für empfindliche Allergiker. Gerade bei Hartboden ist eine nasse Reinigung im Allergiker-Haushalt zu empfehlen – mit einem Wasserstaubsauger ist das schnell passiert. Außerdem werden solche Geräte meist mit zusätzlichen Filtern angeboten. Sie sind aber oft deutlich teurer. Allergikerstaubsauger mit Beutel sind etwas kritisch. Sobald allerdings die Beutel regelmäßig und rechtzeitig gewechselt werden und das Gerät einen speziellen Allergiefilter aufweist (beispielsweise HEPA 12 oder 13) reinigt es auch mit der für Allergiker erforderlichen Gründlichkeit. Beutellose Allergiestaubsauger haben den Vorteil, dass ihre Filterleistung auch bei einem vollen Staubauffangbehälter nicht nachlässt.