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LTE: Der mobile Datenturbo

Long Term Evolution (LTE) heißt die neue Zauberformel für das mobile Internet: rasend schnelles Surfen auch von unterwegs, Videos in HD-Qualität auf dem Handy und aus dem Zug eine schnellere Verbindung zur Datencloud als über den heimischen DSL-Anschluss. Die neue Mobilfunktechnik verspricht enorme Geschwindigkeiten und zahlreiche Vorteile gegenüber den Vorgängertechnologien UMTS oder HSDPA (3G). 

Allein die nüchternen Zahlen überzeugen: Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde sind mit LTE möglich. Im Vergleich zum Vorläufer UMTS (maximal rund 40 Megabit pro Sekunde) sind das Welten. Außerdem ist bei der neuen Technologie noch Luft nach oben vorhanden. In den Forschungslabors wird jetzt bereits an LTE Advanced gearbeitet, die magische Grenze von ein Gigabit pro Sekunde sollte damit erreichbar sein.

In der UMTS-Zelle wird es eng

Doch Vorsicht: Die tatsächlich gemessenen Datenraten im täglichen Betrieb unterscheiden sich zum Teil deutlich von den theoretisch möglichen Maximalgeschwindigkeiten. Der Grund dafür liegt in der Überlastung. Oft drängeln sich so viele Handynutzer in einer sogenannten Mobilfunkzelle, dass sie sich das vorhandene Breitband-Angebot teilen müssen. In der Folge fällt die Datenübertragung im UMTS-Netz häufig unter 10 Megabit pro Sekunde, und selbst bei LTE kann es zum Teil deutlich langsamer werden. Aber: Während die UMTS-Zellen aufgrund der vielen Nutzer häufig sehr voll sind, vor allem bei Veranstaltungen mit zahlreichen Menschen, ist LTE noch frisch auf dem Markt – entsprechend viel Freiraum und Geschwindigkeit bieten die neuen Mobilfunkzellen. 

Vorteilhaft ist LTE deshalb vor allem für diejenigen, die auch von unterwegs häufig auf das Internet zugreifen und dabei große Datenmengen verarbeiten. Der Anschluss an das LTE-Netz kann entweder über das Handy erfolgen, von einem Tablet-PC, einem Router mit LTE-SIM-Karten-Slot oder mittels eines LTE-Sticks. 

Weil mit LTE ein neuer technischer Standard Einzug gehalten hat, müssen viele Geräte erst angepasst beziehungsweise entwickelt werden. Den Anfang machte HTC bei den Mobiltelefonen mit dem Verlocity im ersten Halbjahr 2012. Seitdem hat sich viel getan: Mit Apple, Samsung, Nokia und Motorola haben jetzt alle großen Handyhersteller ein LTE-Smartphone auf dem Markt. Damit gibt es auch bei den Betriebssystemen wieder die freie Wahl. Von Apple iOS über Android bis Windows Phone 8 ist alles vertreten. Tablets mit LTE-Sim-Karten-Schacht gibt es bereits von Asus,  Samsung und natürlich Apple. Und wenn Sie mit Ihrem alten Laptop rasend schnell im Internet unterwegs sein möchten, empfiehlt sich ein LTE-Stick, der im USB-Port seinen Platz finden.

Die weißen Flecken sind als erstes dran

Übrigens ist die LTE-Netz-Abdeckung in den ländlichen Gebieten schon sehr groß. Die Anbieter, allen voran die Deutsche Telekom und Vodafone, haben sich nämlich verpflichtet, zunächst Gebiete ohne DSL-Breitbandanschluss mit LTE auszurüsten. In diesen sogenannten „weißen Flecken“ dient LTE dann als DSL-Ersatz. Ähnlich wie bei einem DSL-Router ist der LTE-Router zu Hause dann Zentrale für das Heimnetzwerk, also Schnittstelle zwischen verschiedenen Computern, Festplatten und Druckern. 

Die Netzbetreiber dürfen LTE erst dann in den Ballungsräumen ausbauen, wenn sie ihren von der Bundesnetzagentur auferlegten Verpflichtungen in den „weißen Flecken“ nachgekommen sind. Danach wird LTE in den Großstädten die Kapazitätsengpässe schließen, die aufgrund der weiten Verbreitung von Smartphones und UMTS-Surfsticks entstanden sind. LTE wird deshalb auch nicht als Konkurrenz zu UMTS gesehen, sondern als Ergänzung zum teilweise überlasteten UMTS Datennetz.

Mit LTE ändern sich auch die Surfgewohnheiten

Experten sind sicher, dass mit den neuen Technologien sich auch das Nutzerverhalten ändern wird. Die Datenmenge, die von mobilen Computern aus dem Internet abgefragt wird, steigt kontinuierlich und soll schon bald bei 10 Gigabyte pro Monat liegen. Hauptgrund dafür ist die sogenannte Cloud. Das sind an das Internet angeschlossene Rechenzentren, in denen Unternehmen und private Nutzer ihre Daten speichern. Auch als UMTS-Smartphone-User nutzen Sie bereits die Cloud, wenn Sie zum Beispiel auf den Musikdienst Spotify zugreifen oder als iPhone-Nutzer ihre Kontakte und Bilder in der iCloud sichern. Mit der weiteren Verbreitung von LTE wird sich der Trend in die „Datenwolke“ noch verstärken.
Die Sprachqualität bleibt vorerst gleich.

Obwohl LTE auch die Sprachqualität bei Handy-Gesprächen verbessern würde, bleibt in diesem Fall vorerst alles beim Alten. Noch ist LTE nur für den Internet-Zugang freigeschaltet. Der Grund: Die LTE-Telefonie ist noch nicht standardisiert.

Der Handy-Nutzer selbst bekommt davon allerdings nichts mit. Sobald er einen Anruf tätigt, fällt das Gerät automatisch in den Modus UMTS oder GSM. Nach dem Telefonat schaltet das Handy wieder zurück auf LTE. Eine eigenständige Lösung, die dieses Hin-und-Her vermeidet, wird für Ende 2014 erwartet.