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HDR: brillant und elegant

HDR: brillant und elegant

Neue TV-Generation flutet zur IFA den Markt

Reality-TV könnte sich der neue Standard High Dynamic Range (HDR) auch nennen. Denn er bringt bahnbrechende Farbwelten und eine verbesserte Kontrasttiefe mit sich. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) werden die neuen Geräte vom 2. bis 7. September in Berlin gezeigt.

Nicht HDR
HDR

Das Neuigkeiten-Feuerwerk, das alljährlich zur IFA abgefeuert wird, könnte im Bereich TV nicht revolutionärer sein, sagen die Hersteller und feiern HDR schon jetzt als neuen Hype. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn: Noch hat sich keine Norm, kein Standard durchgesetzt. Die Brillanz, mit der HDR trumpft, saugt Zuschauer in den Bann der nahezu naturgetreuen Darstellung auf ultra-flachen eleganten Bildschirmen. Das neue HDR-Spektrum stellt in 10 Bit – das entspricht einer Auflösung von 1024 Farbabstufungen – das gewohnte HD-Bild im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten. 

 

Gerangel um Standards

Dolby Vision nennt sich der Konkurrent im Segment der Übertragungstechnologien, der 4.096 Farbabstufungen bietet. Die entsprechenden TV sind auch HDR fähig. Im Umkehrschluss muss dazu ein HDR-Gerät allerdings zusätzlich mit einem entsprechenden integrierten Decoder ausgestattet sein, um auch Dolby Vision zu empfangen. Dolby Vision bietet zwar ein noch höheres Farbspektrum, verlangt allerdings, anders als HDR, Lizenzgebühren von den Herstellern. Aufgrund der höheren Produktionskosten könnte sich schlussendlich HDR als massentauglicher Standard durchsetzen. Ein erstes Indiz: Aktuell sind weit mehr HDR fähige Premium-TVs erhältlich als die mit Dolby Vision ausgestatteten Geräte.

TV-Sender hinken nach

Mit Stand heute sind die klassischen Sender noch nicht mit HDR-Technologie zu empfangen. Das neue Signal ist nicht mit bisherigen TV-Inhalten kompatibel. Theoretisch müsste eine zusätzliche Frequenz das abweichende Format übertragen. Aktuell können nur Pay-TV-Sender diesen Service leisten. Auch Amazon Instant Video bietet bereits entsprechende Filme und Serien im Streamingdienst mit HDR an. Die Preise für TV-Empfänger der neuesten Generation liegen im Schnitt zwischen 900 Euro und 2.000 Euro. Wer seiner Begeisterung weitere Grenzen setzen möchte, kann Fernseher zwischen 5.000 und 8.000 ins Auge fassen. Ob eine Zweieinhalb-Meter-Diagonale tatsächlich viel mehr bietet, entscheiden Käufer, die rund 70.000 Euro in ein Gerät investieren können. In dieser Preiskategorie ist vielleicht auch schon ein kleines Vorstadtkino zu erwerben. Nur so eine Idee…