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Stromsparen: Neue Geräte schonen die Haushaltskasse und die Umwelt

Die Strompreise steigen rasant. Gleichzeitig gibt es immer mehr elektrische Geräte im Haushalt, die das Leben vereinfachen oder angenehmer gestalten. Das sind schlechte Nachrichten für die Haushaltskasse und für die Umwelt. Aber es gibt glücklicherweise einen Ausweg aus dieser Notlage: energieeffiziente Geräte, die den Verbrauch deutlich reduzieren und beim Stromsparen helfen. 

In den vergangenen Jahren haben neben den Verbrauchern nämlich auch die Hersteller das Thema Nachhaltigkeit und Stromsparen für sich entdeckt. Das Ergebnis sind moderne Kühlschränke, Fernseher und Waschmaschinen, die trotz mehr Funktionen immer weniger Strom und Wasser verbrauchen.

Und auch der Gesetzgeber steht dem Verbraucher beim Stromsparen zur Seite: Die wichtigsten Haushaltsgeräte müssen beim Verkauf mit der sogenannte EU-Energieverbrauchskennzeichnung gut sichtbar gekennzeichnet sein. Auf diesem Energielabel sind die Daten zum Strom- oder Wasserverbrauch übersichtlich aufgelistet. Der Verbraucher kann also auf einen Blick vergleichen und weiß, wie effizient das neue Gerät ist. Die Energieeffizienzklassen sind unterteilt in verschiedene Farbbalken (von rot bis grün) und Symbole (von G bis A+++). Die effizientesten Geräte werden jeweils mit einem A bzw. A mit Sternchen ausgezeichnet. Für folgende Gerätearten ist die Energieverbrauchskennzeichnung vorgeschrieben:

•    Fernsehgeräte
•    Geschirrspüler
•    Kühl- und Gefriergeräte
•    Weinschränke
•    Waschmaschinen und Wäschetrockner
•    Lampen
•    Raumklimageräte
•    Elektrobacköfen

Tipp: Wer seinen alten Stromfressern im Haushalt auf die Schliche kommen möchte, kann den Verbrauch mit einem Messgerät leicht selber prüfen. Die Messgeräte werden zwischen Steckdose und Netzstecker des Geräts geschaltet und geben den aktuellen Verbrauch an. Es gibt sogar Geräte mit Speicher, die nicht nur eine Momentaufnahme anzeigen sondern den schwankenden Tagesverbrauch dokumentieren.

Die weiße Ware wird grün

Den prozentual größten Anteil am Stromverbrauch im Haushalt hat die sogenannte „weiße Ware“. Dies sind Geräte, die zum Kühlen, Kochen und Waschen benutzt werden. 
Bei den Waschmaschinen wurde das Effizienzlabel 1998 eingeführt. Seitdem hat sich der Strom- und Wasserverbrauch aber so weit reduziert, dass statt der ursprünglichen Energiekennzeichnung von A bis G jetzt nur noch zwischen A+++ bis D unterschieden wird. Musterbeispiele beim Wasser- und Stromsparen sind Waschmaschinen der Effizienzklasse A+++. Sie verbrauchen bis zu 32 Prozent weniger Energie als Geräte vergleichbarer Größe mit der Effizienzklasse A. Die Einsparungen im Detail:

•    A+ gegenüber A = 13 Prozent
•    A++ gegenüber A = 24 Prozent
•    A+++ gegenüber A = 32 Prozent

Neben der Effizienzklasse ist auch die Waschtemperatur entscheidend für den Energieverbrauch. Ein Waschgang mit 40°C verbraucht gegenüber einem Waschgang mit 60°C nur rund die Hälfte der Energie, bei 30°C ist es nur noch etwa ein Drittel. Wird die Maschine mit warmem Wasser betrieben, das beispielsweise mit Solarenergie beheizt wird, hilft sogar die Sonne beim Stromsparen mit. 
Wer möglichst effizient waschen möchte, sollte die Waschmaschine immer voll beladen starten. Zwar verfügen moderne Waschmaschinen häufig über eine Sensortechnik, die bei geringerer Beladung den Energie- und Wasserverbrauch reduziert, allerdings sinkt bei halber Beladung der Energieverbrauch nicht um die Hälfte.  

Die Kosteneinsparungen effizienter Geräte summieren sich über die Jahre zu hohen Beträgen. So hat das Umweltbundesamt ausgerechnet, dass bei einer haushaltsüblichen Nutzung eine Waschmaschine mit der Energiekennzeichnung A rund 227 Kilowattstunden im Jahr (kWh/a) verbraucht. Die A+++ Maschine kommt auf 153 kWh/a. Bei einem Strompreis von 0,25 Euro pro kWh ergibt das einen Unterschied von 211 Euro über die Nutzungsdauer von zwölf Jahren

Neben den Details zum Stromverbrauch gibt das Energielabel noch Auskunft über den durchschnittlichen Wasserverbrauch, die Geräuschentwicklung beim Waschen und beim Schleudern und die Beladungsmenge.

Moderne Kühlschränke zeigen Stromverschwendern die kalte Schulter

Auch Kühlschränke sind in den vergangenen Jahren so effizient geworden, dass die alten Energielabels nicht mehr aussagekräftig waren. Seit Ende 2011 gibt es deshalb eine neue, EU-weite Kennzeichnung, bei der der Stromverbrauch in Stufen von A+++ bis D angegeben wird. Den Vorteil genießt der  Verbraucher: Moderne Geräte mit der Einstufung A+++ verbrauchen etwa 60 Prozent weniger Strom als ein zehn Jahre altes Gerät mit der damals noch guten Einstufung A. In einem Vier-Personen-Haushalt kann die Stromrechnung damit in einem Jahr um rund 70 Euro gesenkt werden.

Bei dem Vergleich verschiedener Kühl- oder Gefrierschränke ist es wichtig, auf das Fassungsvermögen zu achten. Die Effizienzkennzeichnungen beziehen sich nämlich immer auf eine bestimmte Größe. So kann zum Beispiel ein A++ Kühlschrank mit 140 Liter Fassungsvermögen deutlich mehr Strom verbrauchen als ein A+ Kühlschrank mit 70 Liter Fassungsvermögen. Es kommt also immer auf die Relation Stromverbrauch zu Größe an. Empfindliche Gemüter, die von lauten Geräten schnell gestört werden, finden auf den Effizienzkennzeichnungen auch Angaben zur Geräuschentwicklung.

Aber wie groß soll oder darf der neue Kühlschrank denn sein? Grundsätzlich gilt, dass jeder nicht genutzte „leere“ Kühlraum Energie und Geld verschwendet, allen Bemühungen zum Stromsparen also entgegenwirkt. Für ein bis zwei Personen reicht meist ein Gerät mit 70 bis 90 Litern Nutzinhalt. Bei Mehr-Personen-Haushalten sind 40 bis 50 Liter Nutzinhalt je Person eine gute Faustregel.

Neben den technischen Daten ist beim Kühlschrank die richtige Pflege und Handhabung wichtig für einen effizienten Betrieb. Damit die Wärme vom Kompressor und den Kühlrippen gut abgeleitet wird, darf das Gerät nicht zu nah an der Wand stehen. Falls möglich sollten die Gitter der Kühlrippen regelmäßig von Staub befreit werden. Bei Einbaugeräten sind Lüftungsschlitze unterhalb und oberhalb der Kühlrippen notwendig. Auch sollten die Geräte an einem kühlen Platz betrieben werden und nicht direkt neben Geschirrspüler oder Herd stehen. Eine um 1°C niedrigere Raumtemperatur kann bei Kühlgeräten etwa 6 Prozent und bei Gefriergeräten etwa 3 Prozent an Energie einsparen. Die optimale Temperatur im Kühlgerät beträgt rund 7°C und im Gefriergerät minus 18°C. Ist die Kühltemperatur zu niedrig eingestellt, erhöht sich der Energieverbrauch unnötig.

Stromsparen: Flachbild-Spaß zum Spartarif

Auch Fernseher sind in den vergangenen Jahren sparsamer geworden, die EU-Effizienzkennzeichnung wird hier aber immer noch in den alten Kategorien von A bis G geführt. Erst ab Januar 2014 ist die Klassifizierung von A+ bis F vorgeschrieben, später sollen dann A++ und A+++ folgen. Einige Hersteller haben aber jetzt schon so sparsame Geräte im Angebot, dass sie freiwillig die hohen Effizienzklassen angeben.

Wer das Stromsparen ernst nimmt, muss beim Vergleich verschiedener Geräte ähnlich wie bei den Kühlschränken auf die Größe achten. Die Einstufungen beziehen sich nämlich immer in Relation auf die Bildschirmdiagonale. So verbraucht ein Fernseher mit dem Effizienzrating B und einer Bildschirmdiagonale von 47 Zoll deutlich mehr Strom als ein 40-Zoll-Fernseher, der ebenfalls das Effizienzrating B bekommen hat.

Der tatsächliche Stromverbrauch wird auf den Effizienzkennzeichen unterhalb der farbigen Balken angezeigt. Der erwartete Jahresenergieverbrauch wird in Kilowattstunden angegeben und eignet sich gut für Vergleiche. Für die Ermittlung der kWh/a-Angabe wird von einem täglichen Betrieb von vier Stunden ausgegangen. Wenn ein Fernseher also eine Leistungsaufnahme im Ein-Zustand von 44 Watt hat, errechnet sich der jährliche Energieverbrauch auf 61 kWh. Bei einem Strompreis von 0,25 Euro pro kWh ergibt das Fernsehkosten von 15,25 Euro über zwölf Monate, also fast 3 Euro weniger als der jährliche Rundfunkbeitrag pro Haushalt. Dabei handelt es sich aber immer nur um Normverbräuche. Im tatsächlichen Betrieb kann die Stromaufnahme höher oder auch niedriger liegen, je nachdem, wie hell oder kontrastreich das Bild eingestellt wird.

Neben der kWh/a-Angabe ist auf dem Effizienzlabel auch vermerkt, ob das Gerät über einen echten Ausschalter verfügt, um Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb zu vermeiden.

Stand-by-Modus ist besser als sein Ruf

Noch vor wenigen Jahren waren Fernseher mit dem komfortablen Stand-by-Modus echte Energieverschwender. Im Ruhemodus schluckten viele Geräte bis zu 80 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Bei den aktuellen Strompreisen sind das rund 20 Euro, nur damit die ständige Betriebsbereitschaft über die Fernbedienung garantiert wird. Das Umweltbundesamt hat errechnet, dass sich die sogenannten Leerlaufverluste in Deutschland auf jährlich vier Milliarden Euro addieren.

Aber die Hersteller haben auf die Kritik reagiert, moderne Geräte sind mit den Stromschleudern von einst kaum noch zu vergleichen. So dürfen ab 2013 neue Fernseher zum Beispiel nicht mehr als ein Watt Leistung im Stand-by-Betrieb aufnehmen. Sparmeister geben sich sogar mit weniger als 0,1 Watt zufrieden und verbrauchen damit übers Jahr gerechnet weniger als 1 Euro.

Aber Vorsicht: Nicht alle Geräte sind im Ruhezustand so genügsam wie moderne Fernseher, und nicht alle Geräte sollten einfach so komplett ausgeschaltet werden. Empfänger für digitales Fernsehen etwa aktualisieren die Programmdaten während des Ruhezustands in der Nacht. Dies gilt sowohl für Set-Top-Boxen wie auch im Fernseher integrierte Empfänger. Auch Softwareaktualisierungen passieren – vom Nutzer meist unbemerkt – im Stand-by-Modus. Andere Geräte wie Festplattenrecorder sollten nicht vom Netz getrennt werden, da sonst die Timer-Programmierung gelöscht wird.

Der altbekannte CD-Spieler hingegen kann zum Stromsparen problemlos vom Netz getrennt werden. Wer mehrere Geräte einer HiFi-Anlage mit nur einem Knopfdruck vom Stromnetz trennen möchte, sollte etwas Geld in eine abschaltbare Steckerleiste investieren. Langfristig kommt das nicht nur günstiger und umweltfreundlicher, es ist auch sehr komfortabel.